
Ingo Metzmacher war von 1997 bis 2005 Generalmusikdirektor der Staatsoper Hamburg, von 2005 bis 2007 Chefdirigent der Niederländischen Nationaloper sowie von 2007 bis 2010 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Von 2016 bis 2025 war er Künstlerischer Leiter der KunstFestSpiele Herrenhausen in Hannover.
Metzmacher ist regelmäßig bei führenden Orchestern zu Gast. Er dirigierte unter anderem die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchestra, das Cleveland Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Tschechische Philharmonie, das Orchestre de Paris, das Orchestre Philharmonique de Radio France, das BBC Symphony Orchestra, das Oslo Philharmonic, das Swedish Radio Symphony Orchestra, das Helsinki Philharmonic, die Filarmonica della Scala, die Wiener Symphoniker und das Ensemble Modern. Bislang leitete er zudem fünf Europa-Tourneen des Gustav Mahler Jugendorchesters.
Auch die Oper bildet einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Zu den Höhepunkten der vergangenen Spielzeiten zählen Neuproduktionen von Wolfgang Rihms Die Eroberung von Mexico, George Enescus Œdipe, Luigi Nonos Intolleranza 1960, Giuseppe Verdis Falstaff sowie Hans Werner Henzes Das Floß der Medusa bei den Salzburger Festspielen. Hinzu kommen Richard Strauss’ Salome beim Festival d’Aix-en-Provence, Enescus Œdipe, Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk und Philip Glass’ Satyagraha an der Opéra national de Paris, Walter Braunfels’ Die Vögel an der Bayerischen Staatsoper, Albéric Magnards Guercœur an der Opéra national du Rhin sowie die Uraufführung von Francesco Filideis Il nome della rosa am Teatro alla Scala.
Während seiner Zeit als Künstlerischer Leiter der KunstFestSpiele Herrenhausen brachte er gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie und zahlreichen Chören der Region Arnold Schönbergs Gurre-Lieder, Hector Berlioz’ Requiem, Gustav Mahlers Achte Symphonie sowie Leonard Bernsteins MASS zur Aufführung. Gemeinsam mit dem Ensemble Modern realisierte er außerdem die Uraufführung von Mark Andres rwh 1–4.
Die Saison 2026/27 beginnt für Metzmacher mit einer Rückkehr zu den Salzburger Festspielen für Hans Werner Henzes Der Prinz von Homburg. Außerdem dirigiert er Henzes Voices mit dem Ensemble Modern in Köln sowie mit dem Klangforum Wien in Wien und Madrid. Beim Verdi Festival in Parma stellt er Werke von Henze denen Wagners und Debussys gegenüber. Seine enge Zusammenarbeit mit der Opéra national de Paris setzt er mit der Uraufführung von Hèctor Parras Miroir de nos peines sowie mit Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk fort. Ebenfalls in Paris kehrt er zum Orchestre Philharmonique de Radio France zurück, um gemeinsam mit Håkan Hardenberger die europäische Erstaufführung von Unsuk Chins Trompetenkonzert zu dirigieren. Darüber hinaus ist er mit dem Mahler Chamber Orchestra und Pierre-Laurent Aimard in Aufführungen von Messiaens Turangalîla-Symphonie in Deutschland zu erleben. In Berlin kombiniert er Werke von Lili Boulanger mit Strawinsky und Bernstein; weitere Engagements führen ihn mit Zemlinsky nach Reykjavík, mit Brahms nach Brüssel, mit Hindemith nach Bozen und mit Schostakowitsch nach Kopenhagen.
Seine umfangreiche Diskografie umfasst unter anderem Live-Mitschnitte seiner legendären Hamburger Silvesterkonzerte (1999–2004) unter dem Titel Who’s Afraid of 20th Century Music?, die Gesamteinspielung sämtlicher Sinfonien von Karl Amadeus Hartmann mit den Bamberger Symphonikern, die Uraufführung von Henzes Neunter Sinfonie mit den Berliner Philharmonikern sowie Messiaens Éclairs sur l’Au-delà… mit den Wiener Philharmonikern. Zu den jüngeren Veröffentlichungen zählen eine Einspielung mit Werken von Igor Strawinsky gemeinsam mit dem SWR Symphonieorchester sowie zwei Aufnahmen mit dem Ensemble Modern: Mark Andres Zyklus riss und Beschenkt – 40 Miniaturen zum 40-jährigen Bestehen des Ensembles.
Zudem ist er Autor der Bücher Keine Angst vor neuen Tönen und Vorhang auf! Oper entdecken und erleben.
In Hannover geboren, studierte Metzmacher in seiner Heimatstadt Klavier, Musiktheorie und Dirigieren und setzte seine Studien in Salzburg und Köln fort. Seine erste künstlerische Heimat fand er in Frankfurt, wo er das Ensemble Modern leitete und an der Oper Frankfurt unter der Leitung von Michael Gielen arbeitete. Seine internationale Karriere begann 1988 am Brüsseler Opernhaus La Monnaie, als Gerard Mortier ihn für die Neuproduktion von Schrekers Der ferne Klang einspringen ließ.